Im Rahmen der Generalsanierung der Bahnstrecke 5321 Würzburg–Treuchtlingen erfolgt die Durchführung einer detaillierten Biotop- und Nutzungstypenkartierung einschließlich der Erfassung von Biotopbäumen. Die Generalsanierung umfasst die umfassende Erneuerung der Bahninfrastruktur entlang der rund 140 km langen Strecke zwischen Würzburg und Treuchtlingen.
Für die umweltfachliche Bearbeitung wird beidseitig der Bahntrasse ein Untersuchungsraum mit einer Regelbreite von jeweils ca. 50 m angesetzt. Hieraus ergibt sich ein insgesamt etwa 1400 ha großer Untersuchungsraum. Ergänzend werden außerhalb des Regeluntersuchungsraumes gelegene Baustelleneinrichtungsflächen sowie fünf zusätzliche Verkehrsstationen in die Kartierung und naturschutzfachliche Betrachtung einbezogen. Die Bearbeitung umfasst etwa die Hälfte der Gesamtstrecke/-fläche (ca. 720 ha) und erfolgt organisatorisch in Form von drei Losen. Die einzelnen Lose werden hinsichtlich der Biotop- und Nutzungstypen sowie der relevanten Gehölz- und Habitatstrukturen eigenständig bearbeitet und dokumentiert.
Die Erfassung der Biotop- und Nutzungstypen erfolgt nach den methodischen Vorgaben der Bayerischen Kompensationsverordnung (BayKompV) sowie den einschlägigen Kartieranleitungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU). Kartiert und bewertet werden sämtliche naturschutzfachlich relevanten Vegetations- und Habitatstrukturen innerhalb des Untersuchungsraumes.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erfassung von Biotopbäumen und sonstigen strukturreichen Gehölzbeständen. Hierzu zählen insbesondere Alt- und Höhlenbäume sowie Gehölze mit Totholz-, Spalten- oder weiteren Habitatstrukturen mit potenzieller Bedeutung für höhlenbewohnende Tierarten, insbesondere Fledermäuse, Avifauna und Xylobione Insekten.
Die Kartierergebnisse bilden eine wesentliche fachliche Grundlage für die Erstellung des Landschaftspflegerischen Begleitplans (LBP) sowie weiterer umweltfachlicher Unterlagen im Rahmen der Genehmigungs- und Ausführungsplanung der Generalsanierung.